Ein Geh- und Fahrtrecht ist schonend auszuüben

Wenn einem Nachbarn ein Geh- und Fahrtrecht zusteht, heißt dies nicht, dass zwingend die gesamte Breite eines Weges, also auch die Randstreifen zum Befahren und Begehen zur Verfügung stehen müssen. Im vorliegenden Fall handelte es sich zunächst um einen unbefestigten Weg, in dem sich eine Fahrspur gebildet hatte. Erst später wurde der Weg geschottert und dadurch insgesamt breiter. Der Nachbar, dem das Geh- und Fahrtrecht zusteht, verlangt nun, den Weg bis zum äußersten Rand uneingeschränkt zu befahren. Da dies zu Schäden am Weg führt, war dies umstritten und wurde vom Beklagten, den wir vertreten, verweigert. Das Landgericht Passau entschied, bei entsprechend schonender Ausübung des Geh- und Fahrtrechts könne nicht verlangt werden, dass auch die Randstreifen eines Weges zur Verfügung stehen müssen.

Urteil des Landgerichts Passau vom 03.05.2013; Geschäftszeichen 4 O 528/11; noch nicht rechtskräftig