Schadensersatz gegen Miteigentümer nach Versteigerung

Zwei geschiedene Eheleute waren Miteigentümer eines Einfamilienhauses zu je ½. Auf einen freihändigen Verkauf konnten sich die Ex-Ehegatten nicht einigen, obwohl sie sich vertraglich zur bestmöglichen Verwertung mit Hilfe eines bestimmten Maklers verpflichtet hatten. Einer der Ehegatten hatte die notarielle Beurkundung eines Kaufvertrags mit einem erwerbsbereiten Interessenten wiederholt blockiert.

Im (Teilungs-) Versteigerungstermin erhielt dieser vom Makler vermittelte Erwerber den Zuschlag für ein Gebot, das 10.000,00 € unter demjenigen lag, zu dem er das Einfamilienhaus notariell (also außerhalb der Versteigerung) erworben hätte (was der Erwerber im Prozess ausdrücklich bestätigte!).

Das Amtsgericht Deggendorf verpflichtete nun den Ehegatten, der den Verkauf zum höheren Kaufpreis blockiert hatte, zur Schadensersatzleistung in Höhe von 5.000,00 € (1/2 des fiktiven Mehrerlöses von 10.000,00 €) an den anderen, verkaufsbereiten Ex-Ehegatten.

Beschluss des Amtsgerichts Deggendorf (Familiengericht) vom 23.10.2014, Az: 1  F  116/14.