Schadensersatzanspruch eines Reisenden bei mangelnder Information des Reiseveranstalters über die Einreisevoraussetzungen (Dubai) für einen mitreisenden Minderjährigen

Die Klägerin buchte für sich und ihren minderjährigen Enkel eine mehrtätige Flugreise nach Dubai. Der beklagte Reiseveranstalter wies nicht darauf hin, dass der Flug nach Dubai ohne Vorlage einer schriftlichen Einwilligungserklärung der sorgeberechtigten Elternteile nicht stattfinden könne. Die Klägerin kündigte daraufhin sofort den Reisevertrag und trat die Reise nicht an. Der Reiseveranstalter erstattete nur einen geringen Teil des Reisepreises mit der Begründung, dass ihm im Übrigen ein Entschädigungsanspruch zustehe.

Erstinstanzlich wies das Amtsgericht Frankfurt am Main die Klage auf Rückzahlung des gesamten Reisepreises mit der Begründung zurück, dass eine entsprechende Informationspflicht nicht bestünde. Das Landgericht Frankfurt am Main (Berufungsgericht) war gegenteiliger Auffassung und hat den beklagten Reiseveranstalter mit Endurteil vom 22.12.2016 (Az. 2-24 S 121/16) zur Rückzahlung des gesamten Reisepreises und vorgerichtlicher Rechtsanwaltskosten verurteilt. Dem Reiseveranstalter obliege es, den Kunden über alle für eine ordnungsgemäße Durchführung der Reise erforderlichen Umstände zu unterrichten, wozu insbesondere Informationen über Pass-, Visa-, Devisen- und Gesundheitsbestimmungen gehören. Selbst wenn es sich nicht um eine Einreisebestimmung im engeren Sinne handle, so sei doch für den mit den Verhältnissen in Dubai nicht vertrauten Reisenden ein Hinweis auf die Notwendigkeit der schriftlichen Einwilligungserklärung der Eltern des minderjährigen Kindes notwendig.

Zwar hatte der Enkel nur einen Personalausweis und nicht den notwendigen Reisepass dabei. Bei Vorlage der elterlichen Einverständniserklärung hätte jedoch vor Ort ein Notreisepass ausgestellt werden können.

Die Revision gegen das Berufungsurteil wurde nicht zugelassen!

Landgericht Frankfurt am Main, Endurteil vom 22.12.2016 (Az. 2-24 S 121/16)